Die Dorfgemeinschaft zeigt sich spendabel. Sie spendet den Erlös an den Verein „Hilfe für Nachbarn“. Das nötigt vielen Respekt ab.

„Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder.“

Welches Sprichwort passt wohl besser als dieses zu Kleinschloppen? Dem Dorf, das sich einmal im Jahr in ein Mekka für Musikliebhaber verwandelt. Gäste aus nah und fern kommen, um Teil eines der wohl außergewöhnlichsten Feste der Region zu werden. Sie genießen bei freiem Eintritt handgemachte Volksmusik und schlemmen süße Torten und Deftiges vom Grill. Weil die Musiker ohne Gage und nur für eine Brotzeit auftreten, wirft das Kleinschloppener Musikantenfest einiges ab. Und das spendet die Dorfgemeinschaft seit Beginn der Veranstaltung im Jahr 2008 an den Verein „Hilfe für Nachbarn“. Satte 3000 Euro waren es in diesem Jahr. Die Spendenübergabe am Donnerstag nutzten die Verantwortlichen auch, um Bilanz zu ziehen.

Es sei ein freudiger Anlass,

„ein bisschen Geld für wo am Nötigsten“

spenden zu können, meinte Thomas Herold, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft.

„Wir hatten ein schönes Musikantenfest mit toller Musik und klasse Tänzen“

sagte er.

„Das Wetter hat gepasst und wir haben versucht, unser Bestes zu geben.“

Rund 2000 Besucher, so schätzten Thomas und sein Bruder Karlheinz Herold, der für die Organisation des Festes verantwortlich zeichnet, hätten im Mai den Weg nach Kleinschloppen gefunden.

„Sie alle zu verpflegen, das ist schon eine Herausforderung“

sagt Karlheinz Herold. Was das betrifft, legt die Dorfgemeinschaft inzwischen aber eine ungeheure Professionalität an den Tag und kann ob der vielen Helfer gelassen dem Besucheransturm entgegenblicken.

„Die ganze Dorfgemeinschaft ist auf den Beinen“

freut sich Thomas Herold. Helfer im Alter von sechs bis 76 Jahren seien unterwegs, jeder bringe sich nach seinen Möglichkeiten ein.

„Die Leute haben Spaß dabei, die können gar nicht anders“

freuen sich die Organisatoren.

Solange der harte Kern bei der Sache sei, solange die Kleinschloppener die Gunst der Musikfreunde genießen würden und solange es noch Musiker gebe, die im Freien ohne Verstärker aufspielen würden, solange werde es noch das Musikantenfest geben, blickte Thomas Herold in die Zukunft. Die Musiker scheinen nicht auszugehen. Erstmals waren in diesem Jahr die Jagdhornbläser der Jägerschaft Fichtelgebirge dabei. Und das auch erst, nachdem ein Missverständnis aus der Welt geräumt wurde:

„Die dachten, sie würden bei uns nicht ins Programm passen, wir dachten, die spielen sicher nicht überall“

erklärt Organisationsleiter Karlheinz Herold. Den Auftritt der Jagdhornbläser hat er als einen der Höhepunkte in Erinnerung. Ein Schmankerl, wenn auch kein musikalisches, kündigte Karlheinz schon für das nächste Jahr an: eine mobile Zapfanlage, verbaut in einem BMW-Cabrio.

„Das wird sicher lustig“

sagte er und sprach den Helfern, Musikern und Besuchern seinen großen Dank aus.

Das Engagement der Dorfgemeinschaft nötigte Frankenpost -Geschäftsführer Dr. Serge Schäfers und dem Hofer Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner größten Respekt ab. Auch Andreas Pöhlmann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hochfranken und Vorsitzender des Vereins „Hilfe für Nachbarn“, war voll des Lobes:

„Das Musikantenfest zu stemmen, ist das eine. Das andere aber ist, das soziale Gewissen zu haben und den Erlös an diejenigen zu geben, die wenig haben.“

Symbolisch zog der Wunsiedler Landrat Dr. Karl Döhler seinen Hut vor der Dorfgemeinschaft.

„Das Engagement muss gewürdigt werden“

sagte er. Und dann hatte er – augenzwinkernd – doch einen Kritikpunkt vorzubringen: Regelmäßig sei, wenn er das Fest besuche, die Auswahl an süßem Backwerk schon arg dezimiert. Ein starkes Stück angesichts von rund 80 Torten und Kuchen, für die die Dorfgemeinschaft und neuestens auch seine Frau Rosemarie sorgen. Da hilft nur eines: Pünktlich kommen zum Musikantenfest am 24. Mai im nächsten Jahr.

Kleinschloppener Musikantenfest bringt 3000 Euro