2800 Euro, den Erlös des Musikantenfestes, spendet die Dorfgemeinschaft an „Hilfe für Nachbarn“. Alle sind voll des Lobes, nur einem sind die Teller nicht groß genug.

Von Gerd Pöhlmann

Einmal im Jahr verwandeln unzählige Besucher das 60-Seelen-Dorf Kleinschloppen in einen riesigen Biergarten. Sie kommen mitunter von weit her, um Teil des Musikantenfests zu werden. Dieses ganz außergewöhnliche Event ist ein
Dorado für Freunde handgemachter Volksmusik und Liebhaber leckerer Torten. Ganz nebenbei profitiert seit elf Jahren die Gesellschaft in Hochfranken davon. Denn die Dorfgemeinschaft Kleinschloppen, die das Fest seit 2008 stemmt, spendet den Erlös seit jeher an den Verein „Hilfe für Nachbarn“. 2800 Euro war der Spendenscheck schwer, den Organisator Karlheinz Herold am Donnerstagabend übergeben hat.

Leicht könnte man den guten Zweck vergessen und nur staunen, mit welcher Liebe und großem Idealismus die Dorfgemeinschaft ihr Musikantenfest auf die Beine stellt.

Alleine schon die nackten Zahlen lassen aufhorchen: 1500 Besucher, 150 Musikanten, 90 Torten und Kuchen, an die tausend Steaks und Bratwürste, bei gerade einmal – wir erinnern uns – 60 Einwohnern.

„Wir freuen uns, dass das Musikantenfest so erfolgreich ist“

sagte der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Thomas Herold.

„Wir hatten tolle Gruppen mit tollen Ideen und können so wieder einen ordentlichen Betrag für einen guten Zweck zur Verfügung stellen.“

Darüber freut sich nicht nur, aber vor allem, Andreas Pöhlmann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hochfranken und Vorsitzender des Vereins „Hilfe für Nachbarn“.

„Wahnsinn, dass ein Dorf mit 60 Leuten ein so großes Fest stemmen kann“

meinte Pöhlmann.

„Dass dann der Erlös auch noch den Schwächsten der Gesellschaft zugute kommt, das ist einzigartig.“

Der im Jahr 2000 von den damaligen Sparkassen Fichtelgebirge und Hof sowie der Frankenpost ins Leben gerufene
Verein „Hilfe für Nachbarn“ versucht gemeinsam mit verschiedenen gemeinnützigen Einrichtungen schnell und unbürokratisch die Not vor der Haustür zu lindern. Dass dafür jeder Cent gebraucht werden kann, machte Frankenpost -Redakteurin Beate Franz deutlich:

„Die Armut wird nicht weniger, im Gegenteil.“

Von Beginn an begleitet sie den Verein, schreibt über die Fälle, die etwa BRK, Caritas und Diakonie an „Hilfe für
Nachbarn“ herangetragen haben.

„Von daher ist es einfach wunderbar, dass es Aktionen wie das Musikantenfest gibt“

sagte sie.

Nachahmer seien gerne willkommen, sagte dazu Organisator Karlheinz Herold und verriet das Erfolgsrezept der Kleinschloppener:

„Musik, Brotzeit, keine Gage und den Erlös weitergeben.“

Das Fest habe mittlerweile unerwartete Dimensionen angenommen, sagte Herold. So sei eine Münchner Volksmusikzeitschrift auf Kleinschloppen aufmerksam geworden.

„Mit Musik kannst du eben viel erreichen“

bilanzierte der Organisator.

Bis Coburg reiche das Einzugsgebiet. Sogar ein volksmusikbegeisterter Amerikaner plane seit Jahren seinen Deutschlandurlaub nach dem Termin des Musikantenfestes.

„Wer dabei war, will immer wieder dabei sein“

sagte Karlheinz Herold und meinte damit wohl Besucher und Musikanten.

„Wir können nur gewinnen, wenn wir das Fest organisieren.“

Er bedankte sich bei den zahlreichen Helfern und Musikanten, die in den Wochen vorher und am Festtag selbst auf den Beinen waren, und bei denen, die den Wetterbericht im Auge behielten.

„Mittlerweile sind wir aber so abgebrüht, dass uns das Wetter keine Sorgen mehr bereitet“

schmunzelte Herold. Nur einmal, 2013, hatte ein Unwetter der Dorfgemeinschaft einen Strich durch die Rechnung gemacht, sodass das Musikantenfest heuer seine zehnte Auflage erlebte.

Einer der gesellschaftlichen Höhepunkte ist das Musikantenfest in Kleinschloppen für Landrat Dr. Karl Döhler.

„Da stimmt das Gesamtpaket. Wir können vor Euch einfach nur den Hut ziehen“

lobte er die Dorfgemeinschaft. Doch der Wunsiedler Landrat erkannte auch Verbesserungspotenzial.

„Ich bin ein Süßer“

gab sich Karl Döhler als Tortenfreund zu erkennen. Und als solchem seien ihm die Kuchenteller einfach zu klein. Das aber sollte kein unlösbares Problem für die Dorfgemeinschaft sein. Wieviele Kuchenstücke
auf einen Teller passen, das kann jeder für sich beim elften Musikantenfest am 26. Mai 2019 in Kleinschloppen herausfinden.

2800 Euro für „Hilfe für Nachbarn“ brachte das Musikantenfest in Kleinschloppen. Darauf dürfen alle Beteiligten stolz sein.

Foto: Gerd Pöhlmann

Gedenken an Initiator

Mit einer Schweigeminute bei der Spendenübergabe gedachten die Dorfgemeinschaft Horst Herold. Der Initiator des Musikantenfestes ist vor wenigen Tagen gestorben.

„Er hat nie locker gelassen“

sagte Bernd Rüdiger, stellvertretender Vorsitzender der Dorfgemeinschaft. Stundenlang sei Horst Herold auf seinem Traktor gesessen und habe über neuen Ideen gebrütet.

„Ohne ihn würden wir hier nicht sitzen“

sagte Rüdiger. Es gelte, das Musikantenfest in Herolds Geist weiterzuführen.

Kleinschloppen zeigt sich spendabel

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