2700 Euro Erlös aus dem Musikantenfest geht an "Hilfe für Nachbarn". Bei den 60 Bewohnern stehen Nächstenliebe und Zusammenhalt hoch im Kurs.

Eine stolze Leistung der Dorfgemeinschaft Kleinschloppen: Aus dem Erlös des Musikantenfestes wurde eine Spende in Höhe von 2700 Euro an den Verein "Hilfe für Nachbarn" übergeben. Foto: Florian Miedl

Ein kleines Dorf tut sich mit viel Gemeinschaftssinn hervor. Im Dorfgemeinschaftshaus, dem "Schlierma Dorfhaus", fand nun die Spendenübergabe an den Verein "Hilfe für Nachbarn" statt. 2700 Euro hat die Dorfgemeinschaft für Bedürftige in der Region locker gemacht. Die stolze Summe resultiert aus dem Erlös des Musikantenfests, das am 7. Juni glanzvoll über die Bühne gegangen ist.

Hier zeigte sich augenscheinlich, dass Kleinschloppen nur dem Namen nach "klein ist". In der Realität hat es jedoch eine große Ausstrahlung. Seit 2008 organisiert die Dorfgemeinschaft des Ortes mit 60 Einwohnern jedes Jahr das Musikantenfest, das sich als Besuchermagnet für die gesamte Region erweist.

Jedoch spielt in Kleinschloppen nicht nur die Musik, sondern auch Nächstenliebe steht hoch im Kurs. Jedes Jahr gibt es ansehnliche Spenden für die Aktion "Hilfe für Nachbarn". Inzwischen ist bereits die stolze Summe von nahezu 17 000 Euro zusammengekommen.

Möglich macht dies der großartige Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft, in der alle an einem Strang ziehen. Die Dorfgemeinschaft wurde im Jahr 2000 gegründet. Zum Vorstand gehören Thomas Herold als Vorsitzender, Robert Gräf als sein Stellvertreter, Petra Rüdiger als Kassiererin, Karlheinz Herold als Schriftführer und Organisator sowie als Beisitzer Irene Dannhorn, Dr. Helmut Holubek, Monika Kästner und Rudolf Reihl.

Vorsitzender Thomas Herold freute sich bei Übergabe im Dorfgemeinschaftshaus über die Spende für einen guten Zweck. Organisator Karlheinz Herold betonte, das Musikantenfest sei bereits zum siebten Mal erfolgreich über die Bühne gegangen. Einmal musste es witterungsbedingt ausfallen. Auch 2015 war das Interesse der Besucher wieder riesengroß. Selbst der Bayerische Rundfunk habe berichtet. Das vielseitige Programm mit bodenständiger und volkstümlicher Musik sowie die Volkstanzvorführungen hätten großen Anklang gefunden. Die Gäste seien hellauf begeistert gewesen, sagte Herold. Die Besucher kamen in Scharen aus einem großen Umkreis. Herold versicherte: "Solange das Fest so erfolgreich verläuft, werden wir es weiterführen." Da das Fest im Freien stattfinde, sei man vom Wetter abhängig. Bisher habe man jedoch nur einmal absagen müssen. "Dies ist ein gutes Omen", prophezeite Karlheinz Herold.

Für alle Beteiligten sei es eine schöne Aufgabe, Hilfe in der Region zu leisten. "Es macht Spaß, für einen guten Zweck zu spenden", versicherte Herold. Er dankte allen, die sich an der Großveranstaltung beteiligten. Dazu gehörten neben der Dorfgemeinschaft auch die zahlreichen Musikanten und Tanzgruppen sowie auch die Besucher, die es möglich machten, einen Erlös zu erwirtschaften. Beachtlich, dass bei dem Fest 120 Mitwirkende auftraten und für Unterhaltung und Stimmung sorgten. Ohne deren Engagement und Einsatz könne das Fest nicht in dieser Form über die Bühne gehen.

Für den Verein "Hilfe für Nachbarn" bedankte sich Andreas Pöhlmann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hochfranken, für die Spende, die einem beachtlichen Gemeinschaftswerk entsprängen. Es zeige sich, wie wichtig der Zusammenhalt in der Region sei und was Solidarität Gutes bewirken könne. Auf das, was in Kleinschloppen geleistet werde, könnten alle sehr stolz sein. Es bestehe eine super Partnerschaft, die unbedingt weitergeführt werden solle.

Landrat Dr. Karl Döhler erinnerte an die Mammutaufgabe, die die Frauen der Dorfgemeinschaft geleistet hätten: Sie buken 100 Kuchen und Torten. Döhler dankte für das große Engagement. Das Musikantenfest bereite allen große Freude. "Ein wunderbares Fest, das die Leute in großen Massen anzieht", sagte der Landrat. "Ich freue mich über die aktive und rührige Dorfgemeinschaft."

Es macht Spaß, für einen guten Zweck zu spenden.
Musiantenfest-Organisator Karlheinz Herold

Dagobert und das Dorf

Das kleine Dorf Kleinschloppen ist berühmt: In einem Disney-Comic ist es in einer Schatzkarte von Onkel Dagobert eingezeichnet. Erika Fuchs, langjährige Übersetzerin der Hefte, hat in Schwarzenbach an der Saale gewohnt und den Namen verwendet. Selbst im Fernwehpark in Hof findet sich ein Ortsschild von Kleinschloppen.

Bericht: Willi Fischer

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