Die Veranstaltung in Kleinschloppen entwickelt sich zum Besuchermagneten. Die Akteure singen und spielen sich in die Herzen der 1500 Gäste. Ein ganzes Dorf engagiert sich.


Die jungen Akteurinnen der Tanzgruppe des FGV Marktleuthen erfreuten die zahlreichen Besucher des Musikantenfestes in Kleinschloppen.

Perfekt mitgespielt hat beim Musikantenfest in Kleinschloppen auch das Wetter: Nach dem schweren Gewitter in der Nacht, blieb es am Sonntag trocken, und die frohen Klänge lockten am Nachmittag sogar noch die Sonne hervor, sodass ideale Bedingungen herrschten. Das Musikantenfest entwickelt sich zu einem Besuchermagnet ungeahnten Ausmaßes: Von allen Seiten strömten die Menschen zu dem idyllischen Festplatz unter den Linden am Schliermer Dorfbrunnen.

Geboten wurde aber nicht nur ein Augen- und Ohrenschmaus, auch leibliche Genüsse kamen nicht zu kurz, und an den Essensständen bildeten sich lange Schlangen. 1500 Besucher freuten sich über die etwa hundert Musiker, Gesangskünstler und Tänzer, die für Abwechslung sorgten – ein wahres Feuerwerk der Volksmusik. Aus den unterschiedlichsten Klangfarben, verbunden mit Vielstimmigkeit, hat sich ein Musikfest entwickelt, das das kleine Fichtelgebirgsdorf zum Klingen bringt. So hat sich die rührige Dorfgemeinschaft „unsere Vereinsfarben sind bunt“ auf ihre Fahnen geschrieben. Kleinschloppen avancierte am Sonntag zum Musikantenstadl der Region. Es war ein großartiger Erfolg, über den sich Organisator Karlheinz Herold mit seinem Team freute. Der Schliermer Dorfbrunnen erwies sich als wahre Inspirationsquelle, aus der immer neue Interpretationen sprudelten.


Zarte Klänge schlugen die Waldsteinsaiten an. Das Bild zeigt zwei der vier Saitenspielerinnen

Es war beachtlich, was das 60-Einwohner-Dorf beim siebten Musikantenfest auf die Beine stellte. Es gelang der Dorfgemeinschaft, über 50 Helfer zu mobilisieren, wobei das Organisationstalent von Karlheinz Herold besonders hervorzuheben ist. An den Rollstuhl gefesselt, hielt er alle Fäden fest in der Hand. Er organisierte nicht nur den Auftritt der 15 Musik- und Tanzgruppen, sondern rührte auch die Werbetrommel, sodass Besucher aus der ganzen Region nach Kleinschloppen pilgerten. Darunter waren neben der Kirchenlamitzer Bürgermeister-Stellvertreterin Friederike Kränzle auch Polit-Prominenz wie Europa-Abgeordnete Monika Hohlmeier und Bundestagsabgeordneter Dr. Hans-Peter Friedrich.

Und der großartige Einsatz der Dorfgemeinschaft dient zudem noch einem wohltätigen Zweck: Der Erlös aus der Benefizveranstaltung kommt der Region zugute – er wird für die Aktion der Frankenpost und Sparkasse Hochfranken, „Hilfe für Nachbarn“, gespendet. In den sechs Jahren flossen bereits 13 500 Euro in die gute Sache.

Eingeläutet wurde das Fest von Heinz Dumler aus Röslau mit seinem Hirtenrufhorn. Danach ging es bei dem Musik-Open-Air Schlag auf Schlag. Bei ihren Auftritten suchten die Akteure die Nähe zum Publikum und spielten sich somit in die Herzen der Zuhörer. Dazu brauchte es keine Lautsprecher oder elektronische Tonregelung. Die Musik kam direkt an, der berühmte Funke sprang über.


Die Dschäneraische Tanzgruppe beim Bändertanz

Zu hören und zu bewundern waren der Posaunenchor, die Gruppe „Berfegd semmer ned“, die Wennerer Huasaknöpf und die Tanzgruppe des FGV Marktleuthen unter Leitung von Annelie Batrla. Bekannt in Kirchenlamitz sind die „Krebsbacker Kirwa-Musikanten“, die erkannt haben, dass zu einem Musikantentag eine zünftige Blasmusik gehört. Die Musikanten halten in Kirchenlamitz den alten Brauch des Kirwa-Umgeigens aufrecht. Die „Krebsbacker“ spielen eine Musik für die Menschen der Region.

Ein Unikum ersten Ranges ist die Brauhausmusik. Uli, ein Mitglied der Truppe, wohnt im ehemaligen Brauhaus von Regnitzlosau, das zum Leidwesen der Einwohner des Ortes nun kein Brauhaus mehr ist. Conny sie ist der Star des Trios: Mit Temperament und gestenreicher Ausdruckskraft gibt sie lustige Geschichten zum Besten, die das Publikum erheitern. Und der Dritte im Bunde ist Horst, der sich nicht nur dem Akkordeon verschrieben hat, sondern auch die Akkordzither hervorragend beherrscht.

Danach traten die „Hofer Tanzbodenmusik“ und die „Hofer Findling“ auf. Sie sangen eigene Texte aus dem Alltagsleben – kritisch, besinnlich, fröhlich und frech – begleitet von Gitarre, Flöten, Kontrabass und Rhythmus-Instrumenten. Voll in ihrem Element war auch die „Rützerather Kapelln“, die aufgrund ihrer schmucken Tracht auch optisch etwas her machte. Schwungvoll ging es bei der „Dschäneraischn Tanzgruppe“ zu. Mit zarteren Klängen warteten die „Waldsteinsaiten“ auf. Mit originellen Instrumenten zog der „Leupoldgrüner Viergesang“ durch die Menge. Er unterhielt zur Freude des Publikums mit bekannten Gstanzln. Ebenfalls seinen Auftritt hatte das Steinbach-Duo. Ein gutes Zusammenspiel boten der Benkers Schmied mit Martin und Heinz. Mit Pauken und Trompeten krönte der Kirchenlamitzer Spielmannszug in seiner farbenprächtigen Tracht ein Musikantenfest der Superlative.

Unsere Vereinsfarben sind bunt.

Motto der Dorfgemeinschaft von Kleinschloppen

Musikantenfest lockt die Massen